Der Hochzeitsfotograf

Der Hochzeitsfotograf Michael Parsch im  ausführlichen Interview:


weddingshots.de: Michael, wie kamst Du zur Hochzeitsfotografie?

Michael Parsch: Im Dezember 2007 haben Freunde von uns geheiratet und mich gefragt, ob ich nicht ihre standesamtliche Hochzeit fotografieren wollte. Ich war richtig stolz – und plötzlich tierisch aufgeregt … „Oh je, wie mache ich das bloß, was brauche ich für Equipment?“ Für diesen Anlass habe ich mir einen zweiten Kamera-Body zugelegt, die Objektive hatte ich ja schon. Aber diese Hochzeit war reine Reportage, keine Braut- bzw. Paarfotos.

weddingshots.de: Ist das denn gelungen?

Michael Parsch: Naja, wir sind immer noch Freunde! So schlimm kann es also nicht gewesen sein …

weddingshots.de: Und wie ging es weiter?

Michael Parsch: Dann habe ich mich voll auf die Porträtschiene begeben, ein kleines Studio aufgebaut, vieles ausprobiert, Workshops besucht, gefühlte 289.756 Seiten an Fotoliteratur verschlungen. Dann kamen wieder Hochzeitsanfragen – und ich war genau so nervös wie beim ersten Mal! Schließlich ist es nach wie vor die Königsdisziplin: Als Fotograf musst Du Deine Technik blind beherrschen, da Du keine Zeit fürs Rumprobieren hast, jede Minute ist da voller Ernst! Alles zieht im Schnelldurchlauf an Dir vorbei. Du hast eventuell sackdunkle Locations wie Kirchen im direkten Wechsel mit heftigster Mittagssonne – innerhalb von wenigen Minuten. Da muss jeder Handgriff sitzen. Doch Du darfst nicht nur Augen für das Brautpaar haben, auch die Gäste sollen eingefangen sein!

weddingshots.de: Das klingt nach Hektik und vollster Konzentration!

Michael Parsch: Absolut! Das darf nur niemand spüren! Du musst trotz allem Trubel buddhistische Ruhe ausstrahlen – und gleichzeitig ratzfatz auf neue Situationen reagieren, nein, besser noch sie voraussehen! Da passt der schöne Spruch: „Mittendrin statt nur dabei“.

weddingshots.de: Höre ich da Begeisterung heraus?

Michael Parsch: Uneingeschränkt! Da bin ich mit Herz dabei und leide schon vorher mit dem Paar mit. Manchmal mehr als die beiden selbst …

weddingshots.de: Wie wichtig ist die Chemie zwischen dem Brautpaar und Dir?

Michael Parsch: Die ist sehr wichtig! Ich hatte den Fall noch nie, aber sollte ich merken, wir Drei kommen nicht auf einen Nenner, würde ich dem Paar vorschlagen, sich nach jemand anderem umzuschauen. So ehrlich sollte man sein – denn das ginge garantiert in die Hose! Aber ich bin umgänglich, das klappt meistens!

weddingshots.de: Welche Rolle spielt Dein Equipment?

Michael Parsch: Eigentlich ist es ja nur Mittel zum Zweck, aber ich lege schon großen Wert auf die beste Qualität, die auch ohne Lottogewinn noch ins Budget passt. Ob da Nikon, Sony oder sonstwas draufsteht, ist eigentlich egal. Ich habe mich für Canon entschieden – damals, als ich angefangen habe mit der digitalen Fotografie, gab es (für mich) keine bezahlbare Alternative. Mittlerweile habe ich einen Hauch Kamera-Profiliga in der Tasche. Die lichtstarken Objektive kommen ausschließlich von Canon, größtenteils aus der L-Profi-Serie, eine Spaßlinse (das Fish-eye) kommt vom Fremdanbieter. Das ist insgesamt eine runde Sache, im wahrsten Sinne. Damit und mit einem mittelgroßen California Sunbounce-Reflektor bin ich auf die gängigen Lichtsituationen vorbereitet, meist, ohne auf den Aufsteckblitz angewiesen zu sein. Schon deswegen, weil dies in manchen Kirchen eh nicht gestattet ist, und weil es Gäste und Brautpaar ziemlich nervt. Muss er doch mal zum Einsatz kommen, dann sieht man nicht, dass geblitzt wurde. Denn wenn ich eines nicht leiden kann, sind es die typischen „Totblitzer-Fotos“: Kaninchenaugen, Vordergrund hell und die schöne Location ersäuft im Dunkel … für solche Bilder braucht man kein Tausende von Euro „schweres“ Equipment, und das will auch niemand sehen …

weddingshots.de: Wie bereitest Du Dich auf eine Hochzeit vor?

Michael Parsch: Ganz klar an erster Stelle: Ein persönliches Gespräch mit dem Paar. Kennenlernen, abklopfen, ob man „miteinander kann“ und erste Details der Hochzeit besprechen: Wo wird geheiratet, wo gefeiert, wie viele Gäste kommen, wie lange bin ich vor Ort? Wie sehen die Einladungs- und Danksagungskarten aus? Sind noch keine vorhanden, kann ich auch da helfen, ganz individuelle Karten zu gestalten. Welche Brautfotos sind dafür nötig? Ist die Danksagung beispielsweise im Hochformat, nützen die schönsten Querformate nichts.

weddingshots.de: Und sonst?

Michael Parsch: Locationcheck: Standesamt und Kirche bzw. die Feierlocation anschauen, damit ich am Tag der Tage gut vorbereitet bin. Dann schaue ich, wo in der Nähe was Schönes für die Paarbilder zu finden ist. Am Hochzeitstag muss schließlich alles schnell und reibungslos vonstatten gehen, damit das Paar wieder schnell bei seinen Gästen ist. Und eigentlich sollte ich Ausdauer- und Krafttraining machen. Wie sagte mal eine Brautmutter zu mir: „Das ist ja Hochleistungssport, was Du da treibst!“ Recht hat sie: Hocken, Aufstehen, Vorlaufen, und das alles mit vielen Kilo Equipment umhängen – da weiß man abends oder in der Nacht, was man geschafft hat!

weddingshots.de: Ist das nicht nervig für die Gäste, wenn dauernd einer Turnübungen macht?

Michael Parsch: Ich mache das ja immer unauffällig. Mein größtes Lob ist, dass die Gäste mich irgendwann nicht mehr als Fremdkörper ansehen, sondern mich als Teil der Feier wahrnehmen. Und wenn sie dann noch erwähnen, was das doch für ein netter, angenehmer und lustiger Fotograf war, dann bin ich vollends zufrieden. Ach ja, und die Bilder sollen selbstverständlich auch gefallen. Bisher hat das noch immer funktioniert!

weddingshots.de: Es heißt ja immer, dass die Digital-Fotografie quasi nix kostet. Wie stehst Du zu dieser Aussage?

Michael Parsch: Eines stimmt: Es fallen keine Kosten für eine tatsächliche Entwicklung der Bilder, auf Papier, aus dem Fotolabor an. Was nicht stimmt: Digitale Fotos sind kostenlos! Ok, die Speicherkartenpreise fallen von Jahr zu Jahr, aber gleichzeitig steigen die Leistungsansprüche der Rechner, mit denen ein 22-Megapixel-Bild reibungslos und schnell bearbeitet sein will. Lightroom 4 von Adobe ist sehr „ressourcenhungrig“, da muss der Rechner schon ein wenig mehr unter der Haube haben als der herkömmliche Office-PC.

weddingshots.de: Du arbeitest doch nicht etwa mit einem Windows-PC?

Michael Parsch: Naklar, warum auch nicht? Weil es weniger cool ist und nicht so stylish aussieht wie ein Mac? Ich mag Apple-Produkte, aber bei der Bildbearbeitung bin ich einfach konservativ und bleibe erst einmal beim PC. Derzeit rechnet ein Intel i7 3770k mit 32 GB RAM und unzähligen Terabyte an Festplattenspeicher meine Bilder von RAW in handliche jpgs. Und das tut er flott und ohne Mucken … aber so ein System ist eben nicht für 500€ aus dem Discounter zu haben. Genau so wenig wie der kalibrierte 27 Zoll-Monitor, auf dem sich die Bildqualität ordentlich beurteilen lässt.

weddingshots.de: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg! Wir werden Dich sicherlich bald noch einmal besuchen!

Michael Parsch: Sehr gerne, in der Zwischenzeit lohnt es sich bestimmt, immer mal wieder auf meiner Hochzeitsseite www.weddingshots.de oder meinem Porträt-Portfolio www.p-assfoto.de reinzuschauen. Da gibt es viele Babybauch- und Babyfotos zu sehen.

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